La liberazione di Ruggiero dall'isola d'Alcina

Francesca Caccini, Ferdinando Saracinelli

Aufführungen der Opernklasse der Schola Cantorum Basiliensis

Basel, Gundeldinger Feld, Eventuelle der Blindekuh, 11.–21. Mai 2012

Semperoper Dresden, Junge Szene, 24.–25. Mai 2012

Musikalische Leitung: Giorgio Paronuzzi; Regie: Manfred Weiss; Bühnenbild: Marion Andrea Menziger; Kostüm: Marianna Helen Meyer; Licht: Cornelius Hunziker; Tanz: Barbara Leitherer;

Komposition: Abril Padilla; Leitung, Konzeption, Dramaturgie: Christine Fischer

Ein junger, vielversprechender Krieger, gefangen im Liebeszauber einer schönen Verführerin, die ihn seine Herkunft und seine Bestimmung vergessen lässt  – dieses Urmotiv einer „verhängnisvollen“ Paarbeziehung liefert die Handlung für Francesca Caccinis  La liberazione di Ruggiero dall’isola di Alcina.

Die Opernklasse der Schola Cantorum Basiliensis, begleitet von Studierenden der Schola Cantorum Basiliensis und dem La Cetra Barockorchester Basel, präsentiert das Opernballett in einer Hochschul-Inszenierung, die musikalisch und szenisch eine Annäherung an die historische Uraufführung von 1625 voraussetzt, sie aber behutsam in das Hier und Jetzt überträgt. 

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Dass an der Entstehung und Erstaufführung dieser Ballettoper Frauen massgeblich beteiligt waren – Francesca Caccini als Komponistin und Maria Magdalena von Österreich als Auftraggeberin – verleiht ihr eine besondere Note: Der Kampf zweier Frauen, der Verführerin Alcina und der mahnenden Mutterfigur Melissa, erscheint wichtiger als das männliche Heldentum des befreiten Ruggiero, ja ermöglicht es geradezu erst. 

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(C) Susanna Drescher

(C) Susanna Drescher

Raum und Musik

La liberazione wurde in der Villa Poggio Imperiale, dem Landsitz der Auftraggeberin uraufgeführt. Die nur kurz vor der Uraufführung neu renovierte Villa wurde mit der Ballettoper eingeweiht. 160 geladene Gäste wanderten während der Aufführung durch das Gebäude: Zunächst wurde im Innenhof die Oper gegeben, daraufhin verfolgten die ZuschauerInnen auf den Terrassen und an den Fenstern des ersten Stocks das Pferdeballett im Vorhof der Villa und schliesslich wurden in den Räumen des ersten Stocks Erfrischungen gereicht.

Francesca Caccini wuchs in einer berühmten Musikerfamilie auf und musizierte von Kindesbeinen an. Die im damaligen Florentiner Stil, dem ausdrucksstarken „rezitierenden Singen“, verfassten Rezitative machen den besonderen Reiz ihrer Ballettoper aus. Die Musik sollte das Publikum vereinnahmen und verwandeln – ein Prozess, den auch das Basler Publikum miterleben konnte, nicht zuletzt in einem besonderen Klangerlebnis in absoluter Dunkelheit, das die Aufführung beschloss.

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(C) Susanna Drescher